Frohe Weihnachten

Es ist nun Zeit für Ruhe und Besinnlichkeit, innere Einkehr, Gebet und Stille.

Ein gesegnetes Weihnachten wünsche ich Euch.

www.christinegeier.com

Eine Weihnachtsgeschichte

Zu einer Zeit in der noch alles per Hand gearbeitet wurde, lebte ein junger Mann. Tag ein tag aus holte er Wasser aus dem Brunnen, pflückte und erntete, ackerte und grub. Er stand auf, wenn der Hahn krähte und legte sich mit der Sonne schlafen. Stets dankte er bevor ihn die Müdigkeit übermannte für alles, was Gott ihm schenkte und für sein zu Hause. Es war eine kleine hölzerne Hütte am Waldrand. Die er mit einem offenen Feuer warm hielt. So lange er denken konnte hatte er dort gewohnt, als seine Mutter noch lebte – so erinnerte er sich – gab sie ihm jeden Tag eine liebevolle Brotzeit mit auf dem Weg. An seinen Vater dachte er ab und zu, vor allem jetzt, an Weihnachten.

Damals als er fortging, um in einem fremden Land zu dienen. Und kam nicht zurück. Wie sehr hatte er sich gewünscht ihn noch einmal in den Arm zu nehmen, ihm zu zu sehen wie er Holz hakte oder lustige kleine Figuren aus übrigen Spähnen schnitzte. Einige dieser Holzfiguren standen auf dem Fenstersims und er betrachtete sie im Kerzenschein.

Am Weihnachtsmorgen trat er ins Freie und sägte sich ein frisches Stück Holz, er wollte etwas gestalten, so wie er es immer beobachtet hatte. Den ganzen Tag lang saß er am Feuer und schnitzte. Als es fertig war, war es ein Schäfer geworden und zwei Schafe an seinen Seiten rechts und links, es war ein altes Schaf und ein junges Schaf. Während er sie betrachtete hörte er eine Stimme „Du bist ein rechtschaffener Mann geworden mein Sohn und ich habe dich die ganze Zeit über begleitet, wie dieser Schäfer über seine Schafe wacht, so war ich immer bei euch. Als deine Mutter im letzten Winter hinüber ging, bliebst du trotzdem frohen Mutes und hast das Land bestellt. So will man dir an diesem Weihnachten ein besonderes Geschenk machen. Geh hinaus zum Brunnen, hole frisches Wasser und danke dafür am Leben zu sein.“

Der junge Mann wusste nicht wie ihm geschah, doch er erkannte die Stimme und stellte die Figuren vorsichtig auf das Fensterbrett zu den anderen. Dann nahm er seinen Mantel, einen irdenen Krug und ging den Weg zum Brunnen nahe des Dorfes. Es schneite stark und seine Spuren verwehten mit dem Schritt. Als er sich umblickte war der Wald in weißen Nebel getaucht und es war so dunkel geworden, dass er die Hand vor Augen nicht sehen konnte. Dort, beim Brunnen war jemand und versuchte Wasser aus der Tiefe zu ziehen. Der Schneesturm war stärker geworden, so trat er dazu und beide zogen an der schweren Kette. Dabei berührten sich ihre Hände und es ging wie ein Licht ins Herz. Er erhaschte im Dämmerlicht einen Blick auf das Gesicht und erkannte darin ein junges Mädchen, das er aus seiner Schulzeit kannte. Sie hatte zwei volle Krüge zu tragen und so nahm er diese an sich und begleitete das Mädchen zu ihrem Haus. Ihn empfing eine warme Küche mit duftenden Speisen und froher Gesang. Die Familie des Mädchens luden ihn ein, den Weihnachtsabend mit ihnen zu verbringen. Und so erlebte der junge Mann einen wunderbaren Abend im Licht der Weihenacht. Von da an besuchte er das Mädchen regelmäßig und sie wurden gute Freunde und aus der Freundschaft entwickelte sich Liebe. Nach der Hochzeit schnitzte er eine große Jesusfigur, die er an den Brunnen anbrachte, da er das Geschenk der Liebe und all seine ihm innewohnende Kraft Christus verdankte.

©Dr. Christine Geier ~ 23. Dezember 2020

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