Vertrauen

Es ist eine schwere Zeit für mich, da mein Vater an Krebs erkrankt ist. Eine Zeit des Wartens, Hoffens und Betens, in der man an seine Grenzen geführt wird. Wie vielen Menschen ist es bereits so ergangen? Wie viele haben auch derart schlecht geschlafen, unruhige Tage verbracht und an vielem gezweifelt? Es ist ein Drahtseilakt der Gefühle. Auf und ab. Hin und her. Der Körper schickt die Traurigkeit in Wellen. Die Seele versucht dahinter zu blicken. Der Geist liegt still in einem dunklen See.

Manches geschah sehr schnell, Operationen, Behandlungen, Todesandrohung. Wie soll Mensch mit diesem Stress gesunden oder gesund bleiben? Ärzte wirken durch ihre Distanz und Rechtsbelehrungen eher erschreckend. Man sucht das menschliche, das fürsorgliche, saugt das dosierte Gute auf. Ist alles nur noch Studie und Paragraphen? Schwestern gibt es, die auch „berühren“, was heilen möchte – das innere Kind, das Angst hat und zittert. Hoffen auf Wirkung von Substanzen, deren Namen man nicht merkt. Die Lieferschwierigkeiten haben, in Phasen in denen dies nicht sein sollte. Der seidene Faden der Schläuche und Sauerstoffspender.

Wenn Mensch die wahren Auslöser der Krebserkrankung kennen würde, was wäre dann… ist es die Ernährung / Luft (Umweltgifte), die elektromagnetische Strahlung, die bis ins unermässliche auf uns einwirkt oder der alltägliche Stress usw. Ist es sogar bekannt und wird verheimlicht? Es kursieren so viele Gerüchte. In Zeiten des Schmerzes hilft allein der Glaube, dass es doch gut wird. Dass man in guten Händen ist. Dass man die richtigen Entscheidungen trifft, damit noch Zeit bleibt den Schmerz zu überwinden und mit-einander zu leben, zu lachen, zu lieben.

Ich habe ein Gedicht gefunden, dass ich vor 10 Jahren schrieb, das auch zu meinem Heute passt.

Spur aus Tränen

Vergangener Schmerz bebt in meiner Seele,

durchdringt den duftenden Wirbel des Aufwachens,

wie Nebel, der frühmorgens über die Wiesen streicht;

hinterlässt Abdrücke aus dunklen Facetten,

die sich später kristallklar wiederspiegeln.

 

Wenn die Zeit reif ist, wird die Spur aus Tränen

nur noch ein Schatten der Erinnerung sein,

von dessen schwachem Leuchten

überlegene Kräfte ihren Ausgang finden

und einfach alles möglich erscheint.

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